FREESTYLE
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«Style ist der persönliche Ausdruck» Nicolas Müller über Grossmütter, sein Label und die Schweizer Freestyle Szene

Freitag, 16. März 2012 / 14:56 Uhr
aktualisiert: 28. März 2012 / 14:22 Uhr

Als Freeride Legende erst kürzlich beim Red Bull Supernatural auf dem Podest, daneben regelmässig Hammer Videoparts abliefern und noch den eifrigen Geschäftsmann spielen? Klar, die Rede ist von Nico Müller. Wir haben ihm ein paar Fragen über die Schweizer Szene, Style und sein Label Atreebutes, welches er mit Fredi Kalbermatten gemeinsam ins Leben gerufen hat, gestellt.

Atreebutes, T-Shirt, Nicolas Müller

Nicolas, gehst du immer noch mit der gleichen Einstellung und Motivation auf den Berg wie früher? Was ist gleich geblieben und was hat sich in all den Jahren, in denen du schon snowboardest, verändert?

Bevor und nach dem Shredden hat sich einiges geändert, aber wenn ich auf dem Weg nach oben bin, hat sich nichts geändert. Vor allem ab dem Moment, wo ich die Bindungen zumache, dann geht's nur um den Moment und um möglichst viel Spass zu haben. Der Berg und der Schnee sind entscheidend.

Im Gegensatz dazu progressiert die Schweizer Freestyle Szene konstant und entwickelt sich weiter. Wie würdest du diese schweizer Freestyle Szene in einem Satz beschreiben?

Die Schweizer Freestyle Szene ist vielseitig wie unser Käse und reichhaltig wie unsere Schokolade.

Du kommst viel in anderen Ländern umher. Was für Unterschiede sind in der Szene im Vergleich mit den USA, Japan oder anderen Ländern zu beobachten?

Ich denke, bei uns gibt es viel mehr lokale Crews, da wir so viele Gebiete haben. Dazu kommt auch die dichte Besiedlung in der Schweiz. In den USA ist das streeten am stärksten vertreten, da sich viele Kids einfach nichts anderes leisten können. In Japan gibt es eine neue Generation von Ridern, die verschiedene Powderboards ausprobiert. Allgemein ist die jüngere Generation eher park-orientiert und je älter die Generation, desto mehr ruft der grosse Berg.

Du bist ein Fahrer mit einem eigenen, ausgeprägtem Style. Was ist Style für dich?

Style ist der persönliche Ausdruck. Es zeigt eine innere Haltung auf.

Kommen wir zu deinem Label, Atreebutes. Was hat dich und Fredi Kalbermatten dazu bewogen, ein Clothing label zu lancieren? Und weshalb Kleider?

Kleider machen Leute. Zumindest in unserer Zivilisation. Fredi und mir war schon früh bewusst, dass Snowboarden unsere Berufung ist. Im Après-(Ski)Snowboarden wollten wir aber, wie auf dem Brett, unseren eigenen Style vertreten. Da entstand Arcus. Aus Arcus entstand Atreebutes. 12 Jahre später darf ich eine feine, wenn nicht die beste, Kollektion ankündigen.

Was stellt das Logo dar? Woher kommt der Fisch?

Der Fisch kommt aus dem Wasser und das Wasser ist sauber. Es liegt an uns allen, dass dies auch so bleibt. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass wir hauptsächlich aus Wasser bestehen. Die Hand mit den two fingers down kann als «mit beiden Beinen auf dem Boden» betrachtet werden. Aber wirklich, es ist offen für jegliche Darstellung/Interpretation.

Ihr bezeichnet Atreebutes als «Alternative Project». Was ist darunter zu verstehen?

Vielleicht, dass wir nichts zu sein versuchen, was wir nicht sind. Oder, dass unser Projekt einen anderen Ansatz bietet. Und, dass dieser vielleicht nicht für alle Sinn macht.

Auf ökologische Materialien und Produktion legt ihr grossen Wert. Was macht ihr anders als sonstige Marken?

Unsere Kleider bestehen zwar vorerst nur aus organischer Baumwolle, dies ist jedoch bewusst so gewählt. Sobald sich für uns, mit unseren Möglichkeiten, die Chance ergeben sollte, mit mehr Liebe für Leben auf unserem Planeten zu handeln, werden wir dies tun.

Ökologische Materialien und Produktion bedeuten in der Regel auch etwas höhere Kosten und somit Preise für den Kunden. Wer sind in euren Augen die Kunden von Atreebutes?

Unsere Kunden sind Persönlichkeiten, die sich mit dem, was wir teilen identifizieren können. Am Schluss geht es nur um ein Gefühl, denn Geld im Grab bringt wenig.

Wie lautet deine Lebensphilosophie und was möchtest du unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Back to the Roots. Im Grunde genommen realisiert jeder irgendwann, dass all die Sachen, die Grossmutter macht oder gemacht hat, die besten sind. Ist die Phase, wo alles Hausgemachte scheisse ist erst mal vorbei, begibt sich das wahre Selbst auf die Suche nach Herkunft. Das ist wichtig, wenn man wissen will, wo man hingehen soll im Leben. Sonst kommt mir spontan noch «less is more» in den Sinn.

So, und jetzt noch zu den wirklich wichtigen Dingen...

Wäre ich nicht Snowboarder, dann wäre ich als... ...Schauspieler:
Bill Murray
...Tier:
Schimpanse
...Comikfigur:
He-Man
...Politiker:
Ghandi
...Auto:
Mercedes SLK
...Fabelwesen:
Samichlaus
Atreebutes hat euer Interesse geweckt? Gut so! Denn auf alot.ch gibt?s die gesamte Kollektion und einige Artikel sind sogar reduziert, die ihr zu Schnäpplipreisen ergattern könnt! Männer klicken hier, Girls hier. Wir wünschen viel Spass beim Stöbern! alot.ch (aw/twoleftfeet.ch)